SERDAR SOMUNCU

Aktuelle Termine
Programminfos anzeigen


Details Aktuelle Termine
Serdar Somuncu Solo

DatumOrtBeginn/Einlass
07.05.2015
MÜNCHEN
Circus Krone
20.00 Uhr
19.00 Uhr

Details Programminfos anzeigen

Hassias HimmelFahrt. Die finale odienz.

hassias himmelfahrt - abschiedstour eines hasspredigers

kann man erfolgreich sein mit einem programm, in dem man jeden vorsätzlich beleidigt und provoziert, polarisiert und polemisiert? klingt eigentlich unmöglich, doch serdar somuncu (44), türkischer schauspieler und regisseur, der vor allem bekannt geworden ist durch seine spektakulären lesungen aus hitlers "mein kampf" und mittlerweile so etwas wie ein experte in sachen bühnen/ bzw.medienextremismus zu sein scheint, macht es seit jahren schon erfolgreich vor.

in seiner rolle des hasspredigers zieht der radikale performer als besserwisserischer missionar und wutbürger durch seit monaten restlos ausverkaufte hallen in halb europa und begeistert mit seiner direkten ansprache, einer brisanten mischung aus medienschelte und gesellschaftskritik den übriggebliebenen grossen rest der socialmedia und tv gepeinigten antimainstreamer.

dabei bleiben seine beleidigungen jedoch immer nur nur mittel zum zweck, denn im grunde führt somuncu, als der selbtsernannter prohet des hasses in seinen zweistündigen tiraden einen hochphilosophischen und politsch brisanten diskurs über die sehnsucht des menschen nach selbstbestimmung und freiheit in einer informationsgesellschaft, die uns immer subtiler beeinflusst und auf die ziele einer unsichtbaren übergeordneten maxime nach umsatz und profit einschwört.

das prinzip der show bleibt dabei jedoch denkbar einfach und mutet zeitweilig sogar wie ein ganz gewöhnlicher comedy oder kabarettabend. wenn somuncu sein credo "jede minderheit hat ein recht auf diskriminierung" wahrmacht und flächendeckend beleidigt, fühlt sich vom gedissten hiphoper bis zum beleidigten salafisten jeder angesprochen und kann sich in der echauffage des anderen reflektieren und gleichzeitig seine eigene empörung relativieren. eine wohltat in zeiten oberflächlich geführter end- und sinnlosdebatten über political correctness. vielleicht liegt aber gerade darin auch der zielgruppenübergreifende erfolg somuncus, dass er eben nicht nach der unsichtbaren räson eines auftraggebers handelt, sondern sich einen dreck darum schert die vorgaben der instanzen einzuhalten. wo er auftaucht, bringt er die regeln durcheinander. er wechselt seine positionen, ist erfrischend inkonsequent und dabei niemals oberflächlich und bleibt vor allem sich selbst und seiner unbändigen neugier auf das unbekannte treu. nicht zuletzt deshalb dankt es ihm das publikum seit über 25 jahren mit zuschauerzahlen von denen manch kommerzielle produzenten nur träumen können. die meisten termine seiner im märz beginnenden zusatzttournee sind bereits ausverkauft und nur wenige karten sind noch erhältlich, bevor im frühjahr 2014 noch allerletzte abschiedsvorstellungen unter dem titel "hassias himmelfahrt - die finale odienz" folgen. zuvor erscheint am 03.märz im kölner wortart verlag das "hasstament", somuncus mittlerweile achtes buch, indem sämtliche texte seiner erfolgreichen internetsatire hatenightshow, einer art blaupause für seine bühnenperformance und urformat heutiger hassblogs, sowie zensierte episoden und erläuterungen in schriftform dokumentiert und zusammengestellt sind. und weil es somuncu offensichtlich nicht reicht bei der theorie zu bleiben, kündigt er gleich sein nächstes programm "sexy revolution" an und führt seinen feldzug gegen die mediale verblödung weiter.

"Hass ist unsere Leidenschaft, weil unser Hass dem Leid der Welt Abhilfe schafft." „Toleranz bedeutet die Grenzen in seinem Kopf zu überwinden und das heißt beispielsweise auch  flächendeckend und gleichmäßig beleidigen zu können, damit es sich in gerechtere Portiönchen verteilt. Aber warum machen die Leute keine Juden- und Negerwitze? Weil sie Angst vor ihrem eigenen schlechten Gewissen, vor ihren faschistoid verseuchten Gedanken haben. Dabei gibt es Arschlöcher überall auf der ganzen Welt, ob in Zentralanatolien, im Kaukasus oder in Alaska. Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung. Und erst wenn man das begriffen hat, ist man wirklich frei von den Fesseln, die einem andere auferlegt haben, in ihrer political correctness, die doch nichts anderes ist, als versteckte Intoleranz.“ (Serdar Somuncu)

tourtermine: www.somuncu.de 

Schnellsuche

Zur Expertensuche